Kimawandel im Kontext von Wachstumswahn und Globalisierung

6. Mai 2026
18:00 - 20:00
Greenpeace Dresden Büro
Martin-Luther-Straße 11, Dresden, 01099
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Im Zeitalter des Anthropozän erreichten die Wechselwirkungen zwischen Lebewesen und Klima eine neue „Qualität“. Während im Jahr 1920 die Erde etwa 1,8 Milliarden Menschen bevölkerten, wuchs die Weltbevölkerung bis zum 21.05.2023, 22.24 Uhr auf 8.085.840.308 Menschen. (Quelle: https://www.dsw.org) 3,04 Billionen Bäume stellen rund 46 Prozent des ursprünglichen Reichtums dieser wichtigsten und prominentesten Lebewesen dar. (Thomas Crowther, Yale University, New Haven) Als Regenwald in den Tropen, in den gemäßigten Breiten, als borealer Nadelwald und als tragendes Element von Parks im städtischen Raum erfüllen sie u. a. grundlegende Voraussetzungen für eine artenreiche Fauna und stabilisieren sie das Klima. Ackerbau, Viehzucht, Rodungen, die Ausbeutung von Bodenschätzen veränderten das Gesicht unseres Planeten. Prof. Harald Lesch spricht von einer durch Industrialisierung, Raubbau an Ressourcen und durch Übernutzung natürlicher Quellen hervorgerufenen „Wohlstandsverschwendung“, von der eine Minderheit profitiert. Dem dramatischen Schwinden der Wildnis, von Arten und Ökosystemen setzte die Konferenz für Umwelt und Entwicklung 1992 u. a. die Deklaration von Rio über Umwelt und Entwicklung, die Biodiversitätsdeklaration und die Walddeklaration entgegen. Die Rahmenkonvention der Vereinten Nationen über Klimaänderungen sieht vor, dass die Belastung der Atmosphäre mit Treibhausgasen auf einem Niveau stabilisiert wird, welches eine gefährliche Störung des Weltklimas verhindert. (Quelle: https://www.nachhaltigkeit.info) 20 Jahre später schreibt Univ.-Prof. Ulrich Brand folgerichtig: „Das Prinzip einer nachhaltigen Entwicklung ist global gescheitert.“ Der Wahn nach wirtschaftlichem Wachstum charakterisiert kapitalistische Gesellschaften. Neben einer sozialen Ungleichheit, die sich in dem Entwicklungsgefälle zwischen den Industriestaaten und den Entwicklungsländern sowie in einer zunehmenden Verteilungsschieflage bei Vermögen innerhalb der Industrienationen manifestiert, gerät unsere natürliche Mitwelt durch Ressourcenübernutzung und Rohstoffhunger in einen an Ausmaß und Intensität einmaligen, dramatischen Existenzdruck. Damit verbunden ist eine Destabilisierung der Kohlenstoffsenken, der Fähigkeit der Ozeane, der Wälder, Forste und Moore dieses einzigartigen Planeten, den Eintrag von Kohlenstoffdioxid in die Erdatmosphäre wirksam zu begrenzen. Der seit 1850 registrierte Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur, grenzenlose Warenströme und ein boomender Tourismus führen weltweit und damit auch in Sachsen zu einem differenzierten Artengefüge, einer Gefährdung von an winterkalte und mäßig kühle Standorte angepassten Arten und der verstärkten Etablierung von Neobiota.

Referentin: Kerstin Richter, Bildungsreferentin & Projektorganisatorin www.sachsen-im-klimawandel.de

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