mit Alina Bothe, Projektleiterin #LastSeen, und Daniel Ristau, Historiker
Geöffnet ab 17 Uhr
Redebeiträge ab 18 Uhr
Vortrag von Daniel Ristau „Hingeschaut! (Un-)Sichtbarkeiten der Shoah in Dresden“
Berichte und Fotomaterial belegen immer wieder eindrücklich: Die nationalsozialistische Judenverfolgung bis hin zu Deportationen und Todesmärschen stand den Zeitgenoss:innen oft viel stärker vor Augen, als sie sich nach der Shoah eingestehen wollten. Der Impuls zur Ausstellungseröffnung richtet den Blick konkret auf Dresden und fragt: Was sahen die Nachbar:innen – und was nicht? Und was hat das auch mit uns heute noch zu tun?
Der Historiker Daniel Ristau forscht seit vielen Jahren zur jüdischen Geschichte und zur Geschichte des Nationalsozialismus in Sachsen.
Die Ausstellung
Mehr als 200.000 Menschen wurden zwischen 1938 und 1945 aus Deutschland deportiert. Zahlreiche dieser Deportationen sind fotografiert worden. Aus fast 70 deutschen Städten sind Bilder der Deportationen überliefert.
Mit der kompakten und interaktiven Wanderausstellung Festgehalten. Verschleppt aus Deutschland 1938-1945 wollen wir einen weiteren Zugang zu den Bildern anbieten. Einen besonderen Fokus richten wir auf die zahlreichen Zuschauer:innen, die man auf den Bildern sieht. Wir wollen anregen, sich mit der Rolle der Zuschauerinnen und Zuschauer in unserer Erinnerungskultur zu beschäftigen. Was bedeutet es, wenn Nachbar:innen zuschauen, wegschauen oder auch mitmachen, wenn ihre Nachbarinnen und Nachbarn verschleppt werden?
Eine Wanderausstellung des Kooperationsprojekts #LastSeen. Bilder der NS-Deportationen. Die Ausstellung wird gefördert von der Alfred Landecker Foundation.