Gegen Abend der 50ziger Jahre nahm der Nobelpreisträger für Medizin Otto Loewi selbstverständlich lieber Kokain, um später mit einem guten Barbiturat die Nachtruhe einzuläuten. Nur kurze Zeit später erfand sich die moderne Gesellschaft ein Drogenproblem. Robert Feustel rekonstruiert die Geschichte dieser Problematisierung. Dies legt eine Ordnung des Wissens frei, die Drogen vorrangig mit Wahn, Kontrollverlust und Abhängigkeit verküpft. Das Buch plädiert für einen nüchternen Blick und eine differenzierte Sprache, jenseits von Verherrlichung und Alarmismus. Der Autor, Politikwissenschaftler und Soziologe aus Leipzig, hat mit Nancy Grochol zuletzt „Bullshit“ zu den populistischen Spielen der Rechten als Sachbuchperformance auf die Bühne gebracht. Eintritt frei.
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Kosmotique