Wo einst Radios produziert wurden, ist heute ein bedeutender Ort der Dresdner Clubkultur. Die Geschichte dieses Geländes ist jedoch weitgehend unbekannt: Im Nationalsozialismus trafen hier technische Meisterleistungen auf die unmenschliche Ausbeutung von Menschen. Jedes dritte Radio wurde an diesem Ort produziert – unter Einsatz von Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern.
In acht Stationen führt der multimediale Audiowalk durch die nächtliche Meschwitzstraße. Historische Recherche, künstlerische Interventionen und persönliche Erzählungen machen die sichtbaren und unsichtbaren Spuren des Ortes erfahrbar. Klang verbindet Vergangenheit und Gegenwart. Fotografien, Möbel und Objekte werden zu lebendigen Zeugnissen; Projektionen und Augmented Reality geben Einblicke in das Leben der Ausgebeuteten und zeigen die Verflechtungen von Alltag, Industrie und nationalsozialistischen Verbrechen.
Im Mittelpunkt stehen die Menschen, die hier unter Zwang arbeiten mussten, ihre Lebensbedingungen sowie die Nachwirkungen dieser Verbrechen bis in die Gegenwart. Der Audiowalk lädt dazu ein, das Gelände bei Nacht neu zu erleben und sich mit den Fragen auseinanderzusetzen: Was bleibt? Was verändert sich?
Eröffnung
Donnerstag, 17. September 2026, um 19:30 Uhr
Meschwitzstraße 9, Dresden
Anmeldung unter: www.fragmente-frequenzen.org