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 -anarchismus/
SUMMARY:Zum Verhältnis von Antisemitismus und Anarchismus
DESCRIPTION:Lesung und Diskussion mit Rudolf Mühland\n\nRudi\, seit den 90
 ern in der anarchistischen und anarchosyndikalistischen Bewegung aktiv\, w
 ill von seinen Erfahrungen aus Diskussionen über Antisemitismus in der li
 nken Szene berichten und mit uns ins Gespräch kommen.\n\nIn Zeiten des Re
 chtsrutsches\, wachsendem Autoritarismus und immer mehr Krieg wollte Rudi 
 thematisieren\, wie sich Antisemitismus in unserer Szene auswirkt und wie 
 er weltweit einen Aufschwung hat:"Eben nicht abstrakt im Sinne von Leute 
 äußern sich so\, sondern ganz konkret\, indem Menschen angegriffen werde
 n. Das wollte ich eigentlich thematisieren.\nWas machen wir gegen Antisemi
 tismus in unserer Stadt\, in unserem Viertel?\nDa ist dann ein Effekt\, we
 nn man mit Anarchist*innen oder auch mit anderen Linken über Antisemitism
 us diskutieren möchte. Man kommt dann sehr schnell zu Israel und Gaza und
  schiebt die Schuld sehr schnell auf Israel. Und man hat auf einmal so ein
 e What-About-Diskussion. Es geht gar nicht mehr um Antisemitismus hier\, s
 ondern es geht darum\, dass Israel die Palästinenser unterdrückt. Das is
 t aber gar nicht das Thema unter Umständen. Sondern tatsächlich\, was ma
 chen wir hier um unsere Kolleg*innen\, unsere Nachbar*innen\, unsere Freun
 d*innen\, unsere Verwandten oder uns selbst zu verteidigen gegen diese ant
 isemitischen Angriffe. Und wie kriegen wir das hin\, dass wir diesen Antis
 emitismus\, der sich eben tatsächlich physisch äußert\, zurückzudräng
 en.\nDas ist ein Punkt\, der mich richtig schockiert hat\, weil keine einz
 ige Anarchist*in oder Linke*r auf die Idee käme\, durch die Stadt zu zieh
 en mit Holzlatten\, um Türken zu verprügeln\, nur weil Erdogan Rojava ü
 berfällt\, oder Russen zu überfallen\, weil Russland gerade die Ukraine 
 überfällt\, oder demnächst Amerikaner zu verprügeln.\nEs gibt ja so ei
 n ganz einfaches und klares Verständnis dafür\, dass Menschen\, auch wen
 n sie aus einem bestimmten Land kommen\, nicht verantwortlich sind für da
 s\, was ihre Regierungen tun.\nNur bei Juden trifft das nicht zu. Die werd
 en verantwortlich gemacht. Und das ist eine Verschärfung\, weil es trifft
  auf Juden zu\, nicht nur auf Israelis. Es wird nicht gesagt\, du bist Isr
 aeli\, bist du für die israelische Regierung? Ja\, nein\, dann beschimpfe
 n wir dich. Sondern Leute werden als Juden markiert und dann angegriffen.\
 nUnd darüber nicht diskutieren zu können und sagen zu können\, aber das
  genau ist doch falsch.\nDas hilft niemandem. Das hilft keiner Palästinen
 ser*in. Das hilft auch keiner Iraner*in. Das hilft einfach niemandem\, wen
 n wir das zulassen in den Ländern\, in denen wir leben."\n\nLasst es uns 
 also versuchen und über Antisemitismus diskutieren. Vor allem aber über 
 unseren Anarchismus. Denn wie Rudi sagt:\n"Der Staat ist ja nichts\, was w
 ir zerschlagen werden. Das ist kein Stuhl\, kein Tisch\, den wir umschmei
 ßen. Und anzünden oder so etwas. Sondern er ist ein Verhältnis. Ein ök
 onomisches\, ein soziales und kulturelles Verhältnis. Es ist ein Verhält
 nis zwischen Menschen. Und wenn wir den Staat abschaffen wollen\, dann mü
 ssen wir die Verhältnisse zwischen den Menschen\, die ökonomischen\, die
  sozialen\, die kulturellen Verhältnisse\, die müssen wir verändern. Un
 d dazu gehört dann eben auch\, dass es dann keinen Antisemitismus gibt."
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