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SUMMARY:Vom »Ist« zum falschen Zustand | Ein Vortrag von Franz Heilgendor
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DESCRIPTION:\n\nHeidegger sagt: „Der Begriff des Seins ist ganz und gar n
 icht einfach und ebensowenig selbstverständlich. Der Sinn von Sein ist de
 r verwickeltste\, und der Grund des Seins ist dunkel. Es bedarf der Entwir
 rung der Verwirrungen und der Aufklärung des Dunkels." (Werke\, 24\, S. 3
 18) Der arme Heidegger. Überlassen wir ihn sich selbst in seiner Dunkelhe
 it und rücken im Vortrag an seine Stelle eine philosophiegeschichtliche R
 ekonstruktion des prädikativen Urteils\, mit dem wir ständig sagen\, was
  etwas ist: S(ubjekt) ist P(rädikat).\n\n \n\nSchon bei Aristoteles bünd
 eln sich im kleinen Wort „ist“ verschiedene Bedeutungen und Beziehunge
 n des Seienden. Eine davon gewinnt den obersten Rang: die Bestimmung des W
 esens\, des »Was-es-ist«. Damit wird das Problem der Ontologie zu einem 
 Problem der Logik – nicht bloß der formalen Logik\, sondern der Logik a
 ls Theorie des Denkens des Seienden. Diese Spannung zwischen Denken und Se
 in kehrt in der Neuzeit als Gegensatz von Subjekt und Objekt wieder.\n\n \
 n\nBei Kant finden beide ihre Einheit im Urteil\, im »Ich denke«. Hegel 
 radikalisiert diesen Gedanken und löst die Ontologie in Logik auf. Heideg
 ger geht in diesem Zusammenhang ein Licht auf: „Das Problem kommt solang
 e nicht von der Stelle\, als die Logik selbst nicht wieder in die Ontologi
 e zurückgenommen wird\, d. h. solange nicht Hegel\, der umgekehrt die Ont
 ologie in Logik auflöste\, begriffen ist\, und das besagt immer\, durch d
 ie Radikalisierung der Fragestellung überwunden und zugleich angeeignet w
 ird.“ (Ebd.\, S. 254) Nur übersieht er\, was der Vortrag zeigt: dass es
  Marx gelang\, die Logik in die Ontologie zurückzunehmen – in eine Onto
 logie des falschen Zustands. Denn die\, so Adorno\, durch den Tausch konst
 ituierte kapitalistische Wirklichkeit ist selbst ein Stück Begriffliches.
  Das Dunkel liegt also weniger im Sein als in der Gesellschaft. Und auf di
 e Seinsfrage hat die Geschichte längst sehr konkrete Antworten gegeben. D
 ie instrumentelle Vernunft ist eine davon\, der Verein freier Menschen wä
 re eine andere.\n\n \n\nDer Vortrag findet statt im Rahmen des philosophis
 chen Kolloquiums »Alle Tage«\, welches sich dem Verhältnis von Ontologi
 e und Dialektik widmet und vom 20. bis 25. September 2026 in Dresden statt
 findet. Weitere Informationen sind der Webseite des Kolloquiums zu entnehm
 en: http://alletage.de/\n\n
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