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SUMMARY:Normal – Eine Besichtigung des Wahns
DESCRIPTION:Ein Abend gegen Irrationalismus und instrumentelle Vernunft von
  und mit Thomas Ebermann  Thorsten Mense  Flo Thamer\n\n\n\nIn
 formationen des oka zur Barrierefreiheit\nEinlass: 18:30 Uhr\nBeginn: 19:3
 0 Uhr\nEintritt frei\n\nPandemie\, Klimawandel\, Kriege\, die Steuererklä
 rung\, der Verkehrsstau – Krisen über Krisen\, und kein Ende in Sicht.\
 n\nDie einen fliehen in den Verschwörungsglauben oder gleich vollends in 
 den Faschismus. Sie sind die Endzeit-Krieger in Tierkostümen\, folgen QAn
 on bis ins Capitol. Sie sind die Aluhut-Trägerinnen\, die gegen Chemtrail
 s und Impfzwang demonstrieren. Es sind die Reichsbürger\, die Kämpfer ge
 gen den »Great Reset« und den »Großen Austausch«. Auch die Incels sin
 d mit dabei\, mit ihrem Hass auf Frauen\, der bis zu Morden eskalieren kan
 n und in Manifesten gefeiert wird. Politisierter kollektiver Wahn – imme
 r auf der Suche nach weltbeherrschenden Drahtziehern\, die schuldig sind u
 nd meist Soros heißen.\n\nDie anderen halten am gesunden Menschenverstand
  fest. Sie verteidigen den Experten gegen den Scharlatan\, die Vernunft ge
 gen den Wahn. Sie sind fleißig\, halten Nationen und Eigentumsordnung fü
 r so natürlich\, wie dass der Starke den Schwachen besiegen muss. Sie wis
 sen\, dass Kollateralschäden nicht schön\, aber unvermeidbar sind: Die H
 ungernden\, die Obdachlosen\, die Erfrierenden in jedem Winter\, die Ertru
 nkenen im Mittelmeer. Auch wenn sie Horoskope lesen\, halten sie es dennoc
 h für nicht ganz bewiesen\, dass die Sterne unser Schicksal bestimmen –
  und sie lesen ja auch nur solche\, die raten zu tun\, was die Gesellschaf
 t von den Menschen ohnehin verlangt.\n\nIhre Vernunft ist eine instrumente
 lle\, Vernunft im Dienste der Unvernunft. Es geht nur um das Wie\, nicht u
 m das Wofür. Alles ist Mittel\, um persönlich durch- und voranzukommen\,
  sich und den Laden am Laufen zu halten. Effektivität ersetzt jeden Gedan
 ken an eine menschenfreundliche Einrichtung der Welt. Erlaubt ist selbst i
 m Denken nur\, was nützlich ist. Lebenswert ist nur\, wer produktiv ist. 
 Normal ist\, wer gesund ist und arbeiten kann. Der Weg von Selbstoptimieru
 ng zu Eugenik ist kürzer als das Laufband im Fitnessstudio: instrumentell
 -vernünftig und mörderisch-wahnhaft zugleich.\n\nDas Lob der normalen Me
 nschen hat gewaltig Konjunktur. Ob AfD oder Sahra Wagenknecht\, ob in Öst
 erreich die Freiheitlichen oder hier der sozialdemokratische Kanzler\, sie
  alle machen Politik\, womit die Bild-Zeitung Werbung macht: Gefeiert wird
  der schlichte\, anspruchs- und selbstlose\, hart arbeitende Mensch\, der 
 von Intellektuellen\, Lifestyle-Linken und Eliten verraten wurde. Im Lob d
 er Normalen steckt zugleich Verachtung\, sie haben immer den zynischen Zwe
 ck\, ihre Borniertheiten und die gesellschaftlich beschissene Stellung der
  Subalternen zu verewigen – im Namen allergrößter Wertschätzung verst
 eht sich.\n\nWie der normale Mensch steht auch die Normalität hoch im Kur
 s. Schon lange hat sich im allgemeinen Bewusstsein durchgesetzt\, dass das
  Deutschland\, das Auschwitz verbrochen hat\, deshalb nichts negativ Beson
 deres sei\, sondern Normalität für sich beanspruchen darf\, wenn nicht s
 ogar dafür bestimmt sei\, wieder Verantwortung in der Welt zu übernehmen
 . Manchen reicht das nicht. Sie fordern »Deutschland\, aber normal«\, ei
 ne Normalität\, die in der guten alten Zeit siedelte und durch Bevölkeru
 ngsaustausch\, Genderwahn\, Schmähung des bewährten Dieselmotors etc. un
 tergegangen sei und also wiederbelebt werden müsse. Aber auch die Normali
 tät\, die in jeder Krise als rasch Wiederherzustellende versprochen wird\
 , ist eine trostlose Hoffnung. Denn so wird sakral\, was deshalb richtig i
 st\, weil es ist – ohne den Zustand der Welt und das Leid seiner Opfer k
 ritisch zu hinterfragen. Die »Stimme der Vernunft« lehrt\, dass alles Ut
 opische\, alles Ausbrechen wollen\, sich nicht mit dem Status Quo abfinden
  wollen\, chancenlos und zum schmerzhaften Scheitern verurteilt sei. Aber 
 der Normalzustand\, »dass es so weitergeht«\, ist die eigentliche Katast
 rophe.\n\nAuf Bühne und Leinwand besichtigen wir – angemessen polemisch
 \, satirisch wie analytisch\, fragend und kritisierend – den ganz normal
 en Wahn und den Wahn der Normalität\, das Pathogene im Normalen\, und das
  Irrationale\, das nicht das Gegenteil des Normalen ist\, sondern aus dies
 em erwächst. Es wird so witzig\, wie Adornos Stahlbäder lustig sind.\n\n
 Mehr zu den Künstlern und zum Programm\n\nEine gemeinsame Veranstaltung v
 on: Referat Politische Bildung des StuRa der TU Dresden und Weiterdenken 
 – Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen\n\n
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