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SUMMARY:Inter hoch 3
DESCRIPTION:14. bis 16.11.\, 23.11. sowie 05.12. und dazwischen\nInter hoch
  3: Intermedia × International × Intergenerational\n„Inter Hoch 3“ i
 st ein interdisziplinäres Festival in drei Schritten\, das an das legend
 äre Festival\n„Intermedia I“ vor 40 Jahren (1985\, Coswig) erinnert 
 – einen Moment künstlerischer Selbstermächtigung in der DDR.\n\nIn Koo
 peration mit verschiedenen Partner*innen und gemeinsam mit\nZeitzeug*innen
  und heutigen Künstler*innen spüren wir nach\, was bleibt\, was vergesse
 n wurde – und\nwas daraus entsteht. „Inter Hoch 3“ lädt ein\, Brüc
 he\, Übergänge und Resonanzen zwischen\nGenerationen\, Szenen und Lände
 rn sichtbar zu machen – als kollektive Spurensuche zwischen\nVergangenhe
 it und Gegenwart. In Auseinandersetzung mit der historischen Intermedia be
 gleiten sich\norganisch entwickelnde Ausstellungen und Projekte in Zusamme
 narbeit mit Zonic (Leipzig)\, Studio\nBubec (Prag) und Studierenden der Hf
 BK Dresden im gesamten Zeitraum die angekündigten Events.\n(Verschiebunge
 n im Programm sind möglich\, siehe dazu aktuelle Infos auf www.zentralwer
 k.de)\nGefördert von Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und dem Deuts
 ch-Tschechischen Zukunftsfonds. In Zusammenarbeit mit\nZonic (Leipzig)\, S
 tudio Bubec (Prag)\, Studierende der HfBK Dresden\, unterstützt von Pilsn
 er Urquell.\nTeil 1: Die Intermedia 1985 in Coswig – Filme\, Talk\, Prä
 sentation\, Livemusik\n\nFr 14.11.\, 20 Uhr:\nFilm: Spuren des Performativ
 en – Die Intermedia I in Coswig 1985 (R: Thomas Claus\, 2017\, 45 min)\n
 Der Dokumentarfilmer Thomas Claus\, selbst Zeitzeuge des Festivals Interme
 dia\, rekonstruierte 2017\nzur Ausstellung „Geniale Dilletanten – Subk
 ultur der 1980iger Jahre in West- und Ostdeutschland“ im\nDresdner Alber
 tinum das Geschehen von 1985 als schillernde Montage aus Interviews mit Be
 teiligten\,\neiner Unzahl an Fotos und Lärm-Attacken von wiedergefundenen
  Tondokumenten. Ein idealer\nEinstieg.\nTalk: Intermedia I\, Coswig 1985: 
 Ein Rückblick mit Christoph Tannert\, Osmar Osten\, Christine\nSchlegel u
 nd Jürgen Gutjahr\nDer direkte Rückblick auf „Intermedia I“ erfolgt 
 aus verschiedenen Perspektiven. Mit Christoph\nTannert als einem der Haupt
 organisatoren in der Brückenfunktion zwischen Kunst und Subkultur\,\ndem 
 Künstler Osmar Osten\, der an einer Malaktion zu Sounds der Rennbahnband 
 teilnahm\, Christine\nSchlegel\, zu deren Super8-Filme die Tänzerin Fine 
 live agierte\, sowie Jürgen „Chaos“ Gutjahr\,\ndamals schon Ex-Sänge
 r von Leipzig erster Punkband Wutanfall\, der mit seinem radikalen Industr
 ial-\nPerformance-Projekt Pffft…! das Publikum spaltete.\nLive:\nMCH Tri
 o (Prag)\nMikolas Chadima gründete die MCH Band 1982\, nachdem er zuvor m
 it den vom Prog Rock\nkommenden Extempore ein Pionier des tschechischen Pu
 nk war und zudem Mitglied der\nPerformancegruppe Kilhets\, die er neben an
 deren auf Fist Records veröffentlichte\, dem wohl frühesten illegalen Ka
 ssetten-Label des Ostens. Zugleich agierte er westlich vernetzt. So perfor
 mte er\n1981\, einmalig außer Landes gelassen\, in London mit Chris Cutle
 r und Mitgliedern von This Heat oder\nThe Work. Zur Grenzüberschreitung g
 ehörte auch\, dass er deutsche Texte vertonte\, darunter solche\ndes Ex-D
 DR-Dissidenten Jürgen Fuchs. In den 1980ern als Mitzeichner der Charta 77
  in den\nUnderground verwiesen\, veröffentlichte er zudem 1987 das Samisd
 at-Buch „Alternativa“\, einen\npersönlichen Szene-Rundblick. Die MCH 
 Band entwickelte dabei einen spezifischen\, stets\nexperimentellen und oft
  dunklen Sound\, der Mitte der 1980er\, zur Zeit von Intermedia I\, auch\n
 Elemente des psychedelischen Industrial aufnahm\, als sie Konzeptalben zu 
 Orwells „1984“ aufnahm.\nPffft…! (Berlin)\nGegründet 1983/84 von zw
 ei Ex-Mitgliedern der ersten Punkband Leipzigs\, Wutanfall\, standen\nPfff
 t…! für den konsequenten Schritt gen Industrial\, wobei sich zu Tape-Lo
 ops und Metall-Perkussion\nin der Frühphase noch die performativen Einlag
 en des Künstlers Hans-Joachim Schulze kamen\, der\nnach dem Ende seiner G
 ruppe 37\,2 neue Aktionsfelder erschloss. Ihr Auftritt in Coswig\, bei dem
 \nSchulze von der Stasi aus dem Saal getragen wurde\, entfachte Begeisteru
 ng wie Empörung und\nblieb so besonders in Erinnerung. 2026 pflegt Pffft
 …! um Jürgen „Chaos“ Gutjahr noch immer den\nKrach\, mit um vier De
 kaden Erfahrung reicher Intensität.\n\nSa 15.11.\, 20 Uhr:\nLive:\nZuby N
 ehty (Prag)\nZuby Nehty stehen in einer langen Entwicklung in der Folge zw
 eier Bands\, die als erste komplett\nweibliche der New Wave-Szene im Osten
  gelten können. Gegründet 1980 als Plyn\, die 1983 auf der\nschwarzen Li
 ste landeten\, und daher ab 1984 als Dybbuk weitermachten\, aus denen Anfa
 ng der\n1990er die gemischter agierenden Zuby Nehty hervorgingen. Ihr Soun
 d hat teils etwas von der\nFragilität früher Post Punk-Bands wie den Rai
 ncoats\, die sich aber auch erst später erschlossen\, ist\nvor allem jedo
 ch komplett eigenständig.\n\nSo 16.11.\, 19 Uhr:\nPräsentation: Intermed
 ia I als internationale Imagination\nCoswig 1985 war ein allein auf die DD
 R abzielendes und aus deren Szene schöpfendes Ereignis. In\neiner mehrmed
 ialen Präsentation wollen Christoph Tannert und Alexander Pehlemann\, bei
 de Kenner\nwie Liebhaber und vielfach Partner osteuropäischer Kunst- und 
 Subkultur\, mit kurzen Porträts\nimaginieren\, welche möglichen Teilnehm
 er es 1985 gegeben hätte\, wenn das Programm auf\nOsteuropa hätte ausged
 ehnt werden können. Ein Gedankenspiel als Exkursion in oft unbekannte\nKr
 eativfelder der „Ostblock“-Nachbarschaft\, das zugleich das DDR-Gesche
 hen in einen Vergleich\nnimmt.\nFilm: „Nachtlied des Hundes“ (Ungarn\,
  1983\, R: Gábor Bódy\, 150 min)\nDer mehrfach in der DDR aufgeführte u
 nd Teile der Szene extrem inspirierende Film des 1985\nverstorbenen Regiss
 eurs Gábor Bódy ist ein interessanter Versuch\, mittels vermischter Film
 techniken\neine wilde Realität abzubilden. Die linear erzählte Geschicht
 e\, darunter eines möglicherweise falschen\nPriesters\, eines Astronomen 
 mit Schamanenpunk-Band oder einer Offiziers-Ehefrau\, die den\nAusbruch al
 s Sängerin sucht\, bricht sich mit Super-8-Ausschnitten\, die die Sicht e
 ines Kindes\nwiderspiegeln\, und Videos\, die zwei der wichtigsten ungaris
 chen Underground-Gruppen zeigen: A.E.\nBizottság und Vágtázó Halottké
 mek aka Rasende Leichenbeschauer. Eine nachdenkliche Metapher\nüber Glaub
 en\, Glaubensarmut und Liebessehnsucht\, spontan und assoziativ\, voller a
 berwitziger\nSymbole und Aktionen.
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