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SUMMARY:Einweihung eines Gedenksteins in Erinnerung an Mike Zerna
DESCRIPTION:Am 25. Februar 1993 verstarb Mike Zerna im Alter von nur 22 Jah
 ren infolge eines Überfalls junger Neonazis auf den Club „Nachtasyl“ 
 in Hoyerswerda. Gemeinsam mit Angehörigen und der Stadt Hoyerswerda laden
  wir am 26. September 2026 zur feierlichen Einweihung eines Gedenksteins e
 in\, der am damaligen Ort des Geschehens dauerhaft an Mike Zerna und die U
 mstände seines Todes erinnern wird.\nIn der Nacht zum 20. Februar 1993 wu
 rde Mike Zerna bei einem rechts-motivierten Angriff auf ein Heavy-Metal-Ko
 nzert in der Hoyerswerdaer Neustadt lebensgefährlich verletzt. Wenige Tag
 e später\, am 25. Februar 1993\, verstarb er im Klinikum Hoyerswerda. Gem
 einsam mit Angehörigen lädt SUPPORT zur Einweihung eines Gedenksteins ei
 n\, der in unmittelbarer Nähe zum damaligen Tatort an Mike Zerna und den 
 tödlichen rechten Angriff erinnert.\n\nDie Idee für einen dauerhaften Er
 innerungsort entstand durch eine Initiative von Angehörigen\, Zeitzeug*in
 nen und Unterstützer*innen\, die am 30. Todestag von Mike Zerna erstmals 
 zu einer öffentlichen Gedenkveranstaltung in Hoyerswerda zusammen kamen. 
 In Kooperation mit dem Leipziger Bildhauer Simon Barta und der Stadtverwal
 tung sowie durch die finanzielle Unterstützung des Demokratiezentrums des
  Landes Sachsen und mehrerer Spenden konnte das Vorhaben in den Folgejahre
 n konzipiert und erfolgreich umgesetzt werden.\n\nZur Einweihung des Mahnm
 als sprechen Thorsten Ruban Zeh (Oberbürgermeister Stadt Hoyerswerda)\, e
 in Vertreter von SUPPORT (RAA Sachsen e.V.) sowie weitere Gäste. Anschlie
 ßend gibt es die Möglichkeit\, Blumen – gerne Wildblumen - niederzuleg
 en.\n\nZum Hintergrund:\n\nMike Zerna wurde am 4. Juli 1970 in Altdöbern 
 geboren und wuchs gemeinsam mit drei Geschwistern in Vetschau auf. Er war 
 ein ruhiger und zugleich lebenslustiger Mensch\, der eine enge Beziehung z
 u seiner Familie pflegte und sich für alternative Musik begeisterte. Er s
 ammelte Schallplatten\, besuchte Konzerte und engagierte sich als Fahrer f
 ür befreundete Bands. Er hatte die Vision\, einen ortsansässigen Schuhma
 cherbetrieb zu übernehmen und träumte davon\, gemeinsam mit seiner Freun
 din ein eigenes Haus auf dem Land zu beziehen.\n\nAm 19. Februar 1993 begl
 eitete Mike Zerna als Fahrer eine der Bands\, die an diesem Abend im Club 
 „Nachtasyl“ in Hoyerswerda auftreten sollten. Bereits zu Beginn des Ko
 nzertes kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen einigen Gästen und me
 hreren Neonazis\, denen eine Teilnahme verwehrt wurde. Während die Verans
 taltung in der Folge störungsfrei beendet werden konnte\, sammelten sich 
 weitere Rechte im nahe gelegenen Jugendklubhaus „Ossi“\, um sich an de
 n vermeintlichen „Linken“ und „Zecken“ im „Nachtasyl“ zu räch
 en. Kurz nach Mitternacht überfielen schließlich etwa 20 bis 30 Personen
  die wenigen Besucher*innen\, die sich nach dem Konzertende noch vor Ort a
 ufhielten. Mehrere Gäste wurden während des Angriffs zum Teil schwer ver
 letzt.\n\nMike Zerna befand sich zum Zeitpunkt des Überfalls gemeinsam mi
 t seinem älteren Bruder vor dem Club\, wo sie Musikinstrumente in einen K
 leintransporter luden. Auch sie wurden von mehreren heranstürmenden Angre
 ifern attackiert und bewusstlos geschlagen. Anschließend stießen die Tä
 ter das Fahrzeug um\, sodass Mike Zerna darunter eingeklemmt wurde. Erst e
 twa eine halbe Stunde später\, nachdem die Täter geflohen und endlich E
 insatzkräfte am Tatort eingetroffen waren\, wurde er von anderen Gästen
  geborgen und ins Krankenhaus gebracht. Dort verstarb er wenige Tage spät
 er.\n\nMit dem Angriff auf das „Nachtasyl“ erreichte die rechtsmotivie
 rte Gewalt nach den Ausschreitungen gegen die Wohnheime von Vertragsarbeit
 er*innen und Asylsuchenden im September 1991 auch in Hoyerswerda eine töd
 liche Dimension. In der gesamten Region hatte sich im Schatten der deutsch
 en Wiedervereinigung eine rechtsradikale (Jugend-)Subkultur etabliert\, de
 ren Akteure versuchten\, ganze Landstriche zu dominieren. Rassistische Gew
 alttaten und Angriffe auf Andersdenkende\, Linke\, Clubs und Diskotheken w
 aren an der Tagesordnung und kosteten im Zeitraum von 1990 bis 2000 allein
  im Umkreis von 50 Kilometern um Hoyerswerda mindestens sechs weitere Mens
 chen das Leben.\n\nAngemessene Reaktionen auf diese Entwicklungen von Seit
 en der Politik und Sicherheitsbehörden blieben lange Zeit aus. Rechte Gew
 alt wurde bagatellisiert und entpolitisiert\, Täter nicht konsequent verf
 olgt\, Betroffene und ihre Angehörigen mit den Folgen allein gelassen. W
 ährend die rassistischen Angriffe vom Herbst 1991 seit den 2010er Jahren 
 wieder stärker in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt und Bemühungen 
 um deren Aufarbeitung unternommen wurden\, sind die zahlreichen weiteren O
 pfer rechter Gewalt in der Region heute nahezu vergessen.\n\nMit dem Geden
 kstein für Mike Zerna entsteht in Hoyerswerda ein konkreter Ort der pers
 önlichen Erinnerung und Anteilnahme\, der gleichzeitig Anlass und Anstoß
  zur weiteren Aufarbeitung und Auseinandersetzung mit den Dimensionen rech
 ter Gewalt in der Region geben soll.\n\nOrganisiert von: SUPPORT - RAA Sac
 hsen e.V.\n\nhttps://www.raa-sachsen.de/support/veranstaltungen/x-10501
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