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 revolution-transformation/
SUMMARY:Alexander Neupert-Doppler: Reformation – Revolution – Transform
 ation
DESCRIPTION:Kritische Theorie der Gesellschaft ist keine neutrale Bestandsa
 ufnahme\, sondern impliziert immer auch die Veränderung des Bestehenden. 
 Entscheidend ist aber\, inwiefern eine solche in einer bestimmten historis
 chen Situation möglich ist. Dies hängt von objektiven wie subjektiven Fa
 ktoren ab. Max Horkheimer schrieb 1937: “Es muß nicht so sein\, die Men
 schen können das Sein verändern\, die Umstände dafür sind jetzt vorhan
 den” (1937/2005: 244). Im Rückblick auf die verpasste Gelegenheit und d
 en deutschen Zivilisationsbruch wird er später im Gespräch mit Adorno no
 ch deutlicher: “Aus welchem Interesse heraus schreiben wir\, nachdem [
 …] die Revolution unwahrscheinlich geworden ist?” (1956: 41). Objektiv
  war die krisenhafte Zeit zwischen 1917 und 1937 reif für eine Revolution
 \, das fehlende subjektive Interesse der Menschen stellt aber für Horkhei
 mer und Adorno deren Aktualität für unbestimmte Zeit in Frage.Wiederum b
 ald 70 Jahre später stellt sich die Frage noch einmal anders: Können wir
  nach dem Scheitern von Revolutionen\, Revolutionsversuchen und Revolten 
 überhaupt noch am Konzept einer revolutionären Perspektive festhalten? B
 leibt uns\, wenn nicht\, nur die Beschränkung auf Reformen? Um sich diese
 r Frage zu nähern wird im Vortrag die Perspektive ausgeweitet: 1525\, vor
  500 Jahren\, zielten bäuerliche Aufstände auf eine umfassende Reformati
 on des gesellschaftlichen Lebens und verstanden ihre Bestrebungen als Wied
 erherstellung einer gerechten Institution: einer weltlichen Kirche. Im 18.
  Jahrhundert ersetzte der Begriff der Revolution den der Reformation: Die 
 gesellschaftliche Umwälzung wurde nun gedacht als eine\, in der sich eine
  aufsteigende Klasse neue Institutionen schafft. Für die revolutionären 
 Bürger der Jahre 1776 und 1789 war dies die Gründung von Parlamenten.Mar
 x und Horkheimer erwarteten Ähnliches von den revolutionären Arbeiter*in
 nen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts: Die Gründung einer Commune bzw.
  einer Räterepublik. Die Kritische Theorie hat seither aufgezeigt\, dass 
 die proletarische Revolution\, anders als die bürgerliche Revolution\, un
 wahrscheinlich ist: Der Spätkapitalismus ist in der Lage die Lohnabhängi
 gen ideologisch\, kulturell und materiell zu integrieren. Horkheimer war s
 ich früh über die Bedingungen bürgerlicher Revolutionen im Klaren: “D
 amals hatte eine neue Gesellschaft sich bereits im Rahmen der alten entwic
 kelt” (1937: 65)\, kapitalistische Produktionsmittel und Verkehrsformen 
 waren bereits vor der Revolution vorhanden. Sozialistische Produktionsmitt
 el und Verkehrsformen setzen hingegen die Aneignung und Verwandlung der ka
 pitalistischen Produktivkräfte\, oftmals Destruktivkräfte\, voraus. In d
 iesem Sinne ist die Kritische Theorie jene\, “die zur Transformation des
  gesellschaftlichen Ganzen treibt” (1937: 47). Also statt Reformation un
 d Revolution – Viva la Transformation?
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