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 ag-von-minze-maraffa/
SUMMARY:Aktivismus im Kapitalismus – Persönliche Konflikte als Kristalli
 sation gesellschaftlicher Widersprüche!?
DESCRIPTION:Ein Vortrag von Minze Maraffa\nNach vielen Jahren Erfahrung in 
 aktivistischer Selbstorganisation in unterschiedlichsten Gruppen konnte ic
 h lernen\, dass sich manche Konflikte in dieser Praxis nicht mehr wegdenke
 n lassen\, da sie zwanghaft in allen Kontexten auftauchen. Um einige zu ne
 nnen: Wer macht wann welche Arbeiten und bekommt dafür welche Anerkennung
 ? Wie gehen wir damit um\, wenn Menschen auf sich selbst und ihre »Kappas
 « achten und deshalb andere im Burn-Out landen\, um ein Projekt über Was
 ser zu halten? Und warum haben die meisten aktiven Menschen Gewissensbisse
 \, da sie tagtäglich abwägen müssen\, ob sie ihrer bürgerlichen Tätig
 keit oder ihrer aktivistischen Praxis die begrenzte Zeit\, die sie haben\,
  zur Verfügung stellen möchten?\n\nDas Ziel dieses Vortrages ist es\, di
 e Widersprüche aktivistischer Praxis als bestimmte Ausdrucksformen der ka
 pitalistischen Gesellschaft zu verstehen. Denn Aktivismus steht unserer Ge
 sellschaft nicht als eigenes Gegenüber\, sondern ist fester Bestandteil v
 on ihr. Indem die aktivistischen Widersprüche als Kristallisationen gesel
 lschaftlicher Widersprüche dargestellt werden können\, erweisen sich die
  immer wiederkehrenden Konflikte in selbstorganisierten und aktivistischen
  Räumen nicht mehr als individuelle Probleme\, sondern als Probleme der I
 ndividuation. Denn ein Kernanliegen des Aktivismus in unserer Gesellschaft
  besteht darin\, ein Selbst und eine Individualität\, die vom Kapitalismu
 s tagtäglich erwartet wird und durch die Struktur der Arbeit immer prekä
 r ist\, zu pflegen und (manchmal auch) zu inszenieren. Erscheinen die Wide
 rsprüche aktivistischer Praxis als persönliche Probleme – oder wird so
 gar versucht\, diese durch ›Disziplinierung‹ zu bearbeiten – dann tr
 itt eine Verkehrung auf\, in der gesellschaftliche Widersprüche als indiv
 iduelle Probleme erscheinen. Aktivismus\, der das Leiden an dieser Gesells
 chaft beenden will\, sollte sich dieser Struktur bewusst werden. Die Relev
 anz der hier vollzogenen Reflexionen liegt deshalb darin\, dass sich die a
 ktivistische Praxis ihrer eigenen gesellschaftlichen Funktion bewusster wi
 rd. Dadurch\, so die Hoffnung dieses Vortrages\, wird eine Klarheit über 
 Rolle\, Motivation und Möglichkeitsräume aktivistischer Praxis größer.
 \n\nDer Vortrag richtet sich an ein Publikum\, das an Reflexion interessie
 rt ist und gegebenenfalls aus der aktivistischen Praxis kommt. Dem Anspruc
 h nach wird kein fundiertes theoretisches Vorwissen benötigt. Hoffentlich
  wird der Vortrag dem Anspruch gerecht.
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